Mietrendite richtig berechnen

Brutto schmeichelt, Netto entscheidet — die Formeln im Klartext.

Das Beispiel, das alle Makler-Prospekte entzaubert

Wohnung für 300.000 €, Kaltmiete 1.100 €/Monat. Der Prospekt wirbt mit „4,4 % Rendite!“ (brutto). Ehrlich gerechnet: +10,5 % Nebenkosten (Steuer, Notar, Makler) = 331.500 € Gesamtinvestition. Von 13.200 € Jahresmiete gehen ~1.200 € nicht umlegbares Hausgeld, ~1.150 € Instandhaltung und 3 % Mietausfall ab → ~10.450 € netto. Ergebnis: 3,15 % Nettomietrendite — fast 1,3 Punkte weniger als beworben.

Genau diese Rechnung automatisiert der Immobilien-Rendite-Rechner — inklusive Kaufpreisfaktor und Amortisationsdauer.

Richtwerte zur Einordnung

  • 📍 A-Lagen (Top-7-Städte): netto oft nur 2–3 % — Wette auf Wertsteigerung.
  • 🏘️ B-Lagen: 3–4,5 % netto — meist der beste Kompromiss aus Rendite und Risiko.
  • 🌾 C-Lagen: 5 %+ netto möglich — aber Leerstands- und Wertverlustrisiko einpreisen.

Häufige Fragen

Wie berechnet man die Bruttomietrendite?

Jahreskaltmiete ÷ Kaufpreis × 100. Beispiel: 13.200 € Jahresmiete bei 300.000 € Kaufpreis = 4,4 %. Schnell, aber ohne Nebenkosten und Bewirtschaftung — nur für die erste Sortierung geeignet.

Wie berechnet man die Nettomietrendite?

(Jahreskaltmiete − nicht umlegbare Kosten − Mietausfall) ÷ (Kaufpreis + Kaufnebenkosten) × 100. Sie liegt typisch 1–1,5 Prozentpunkte unter der Bruttorendite und ist die ehrliche Vergleichszahl.

Was ist die Eigenkapitalrendite?

Der Jahresüberschuss nach Zinsen bezogen auf das eingesetzte Eigenkapital. Durch den Hebel-Effekt der Finanzierung kann sie deutlich über der Nettomietrendite liegen — steigt aber auch das Risiko entsprechend.

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